Honigernte

Vor 2 Wochen konnten wir den ersten Honig schleudern – den Blütenhonig. Es sah in diesem Jahr zu Beginn der Saison  schlecht aus, die Honigräume waren leer, es war einfach zu kalt.  Aber als es dann doch plötzlich warm wurde, habe ich nur gestaunt. Innerhalb einer Woche hatten die fleissigen Bienen den Honigraum mit Blütennektar vollgetragen.

Es kann geschleudert werden, wenn die Waben mindestens zu 2/3 verdeckelt sind, besser ist es natürlich, wenn sie ganz verdeckelt sind. Mit dem Refratometer mißt der Imker die Feuchtigkeit des Honigs. Ein Feuchtigkeitsgehalt von 16-18 ist ideal.

 

Honigwaben
noch nicht verdeckelte Honigwaben

 

Bienenstock
Bienenstock mit 2 Brut- und 2 Honigräumen

Wir sind Hobbyimker und wirtschaften nur mit ca. 3 Völkern. In den Monaten Mai, Juni und Juli müssen die Völker wöchentlich durchgesehen werden. Man prüft, ob die Völker in Schwarmstimmung sind. Das ist der Fall, wenn sie Weiselzellen bauen um eine neue Königin heranzuziehen. Jede Weiselzelle muss vernichtet werden. In einem Bienenstock darf es nur eine Königin geben. Zwei sind eine zuviel und dann verläßt die Königin mit  “ ihrem Hofstaat“  den Bienenstock. Dieses nennt man „schwärmen“ Dabei nehmen sie einen Teil des Honigs mit und schwächen so das zurückgelassene Restvolk.

Drohnenwabe
leere Drohnenwabe

 

Drohnenwabe
verdeckelte Drohnenwabe

Hier ist eine verdeckelte Drohnenwabe zu sehen. Drohnen sind die männlichen Bienen. Ihre einzige Aufgabe ist die Begattung der Königin. Der Imker schneidet die verdeckelte Drohnenbrut heraus, da die Varroamilbe die Drohnen als Wirt benutzt. Durch das Herausschneiden der Drohnenbrut wird die Anzahl der Varroamilben im Volk verringert.

Sonnenwachsschmelze
Sonnenwachsschmelze

 

Sonnenwachsschmelze
Sonnenwachsschmelze

Wachs ist ein Naturprodukt. Der Imker benötigt Wachs für die Mittelwände, die er in die Wabenrahmen einzieht. Die Bienen bauen  diese Mittelwände aus und füllen diese dann mit Honig. Eine volle Wabe wiegt ca. 2 kg. Nur wenn die Mittelwände zu 100% aus natürlichem Bienenwachs bestehen, halten sie der Belastung stand. Deshalb ist jedes Gramm Wachs wertvoll und wird bei uns mit Hilfe der Sonnenwachsschmelze eingeschmolzen. Die Sonne erhitzt durch die Scheibe den Wachs, der sich verflüssigt und in einen Wasserbehälter fließt. Da in der Vergangenheit gepanschtes Wachs auf dem Markt war, legt jeder Imker großen Wert darauf, einwandfreie Mittelwände zu kaufen.

Imker können ihr eingeschmolzenes Wachs inzwischen auch an Werkstätten geben, die aus dem Wachs die Mittelwände produzieren und jedem Imker garantieren, dass er nur Mittelwände aus seinem zur Verfügung gestellten Wachs wieder zurück erhält. Somit arbeitet er mit einem geschlossenen Wachskreislauf. Die Ledderwerkstätten bieten dieses z.B. an, siehe Link:  Ledderwerkstaetten 

Soweit heute meine kurze Imkerschule.

Allen Lesern wünsche ich ein gute Woche.

2 Gedanken zu „Honigernte

  • 2. Juli 2017 um 22:16
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    Liebe Agnes,
    ich mußte schmunzeln. Der Fortschritt geht auch nicht an den ‚Bienenkörben‘ spurlos vorbei. Sah ein Bienenstock früher nicht anders aus? Imkern ist eine Wissenschaft für sich und ein spannendes Hobby. Danke für Deinen Imker-Kurs. – Mein Honig, den ich mir von Gottheils mitgebracht hatte, ist leider inzwischen verbraucht. Mich hätte noch interessiert, wieviel Gläser Honig Ihr ‚geerntet‘ habt.
    Eine gute Woche und liebe Grüße
    Edith

    Antworten
  • 3. Juli 2017 um 8:25
    Permalink

    Liebe Agnes,
    total interessant deine kleine Imkerschulung und eine tolle Nische, die sich die Ledderwerkstätten da für die Imker eröffnet haben…garantiert die Mittelwände aus eigenem Wachs zurück zu erhalten.
    Wirklich ein spannendes und faszinierendes Hobby.
    Lieben Gruß, Marita

    Antworten

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