Gartenimpressionen und Gedanken zum Leben

Was jetzt, frage ich mich in den letzten Wochen oft. Durch die Witwenrente fehlt jetzt ein beachtlicher Teil an Einkommen. Habt ihr euch schon mal informiert….Wisst ihr, dass Euch von dem was ihr über 902 € an eigener Rente erhaltet 40% abgezogen werden, weil die Witwenrente als Einkommen angerechnet wird. Die Witwenrente , die je nach Dauer der Ehe 60% betragen kann. Die anderen 40% des vorherigen gemeinsamen Einkommens – als der Ehepartner noch lebte – fehlen jetzt und auch die 40%, die die eigene Rente über diesen Freibetrag von 902,–€ liegt und die man sich mit seiner Arbeit ja auch erarbeitet hat. Trotzdem muss man heizen und man braucht weiterhin Strom und Telefon, egal ob man alleine oder zu zweit im Haus sitzt….

Das Gas jetzt so teuer wird, davon sind alle betroffen………….Dafür hat die Wintershall AG allerdings den höchsten Gewinn in ihrer Geschichte zu verzeichnen. Und trotzdem soll die neue Steuer – Übergewinnsteuer – oder so ähnlich nennt sie sich,  nicht erhoben werden…….Was läuft falsch in unserem System und warum unternimmt niemand etwas dagegen.

Aber  was jetzt? Außer mir stehen viele Menschen sicherlich vor der gleichen Frage. Nicht nur ich habe jemanden verloren, auch vielen anderen Menschen geht es ebenso. Menschen sterben – Menschen werden geboren, das ist der Lauf der Zeit…….

Gut, dass ich meinen Garten habe – aber wie lange kann ich das noch, – nicht darüber nachdenken – heute geht es noch und was kümmert mich was morgen ist……….eigentlich ist das nicht meine Denkweise…..aber vielleicht wird es so einfacher…………..

Gartenimpressionen

Gartenimpressionen

Die Hitze setzt den Pflanzen schon sehr zu. Besonders der Phlox verträgt die Trockenheit nicht.

Garteneinblicke

Klarapfelbaum – jeden Tag ist das Fallobst aufzusuchen – heute wurde der größte Teil der Äpfel gepflückt – aber was mache ich damit…? Für eine Person ist es viel zu viel…..also verschenken.
Fallobst

 

Eisenkraut

 

Seerosenblüte
Phlox
Phlox
Taglilie und Thalictrum

Der Kindergarten hat Ferien, wohin mit dem Kind? In dieser Woche war sie Gast bei mir und so bin ich auch etwas geradelt, habe mit ihr den Löwenzahn bestaunt und die Pusteblume erklärt. Wir haben Weizenähren gepflückt, sie hat den Weizen herausgerubbelt, gezahlt wie viele Weizenkörner die Ähre hat  – wisst ihr wie viele es sind (30 waren es) und jetzt müssen die Körner noch gemahlen werden, damit das Kind versteht woher das Mehl für das Brot kommt.

kleine Fahrradtour um Löwenzahn zu entdecken

An einem Tag in der letzten Woche haben wir dann einen Ausflug zum Tierpark nach Hamm gemacht. Ich war gefühlte 25 Jahre nicht mehr dort. Der Park hat sich mächtig verändert und die Kinder haben gestaunt und hatten Spaß.

Tierpark
Tierpark

Außerdem war der Enkel mit seiner Mutter 2 Wochen zu Besuch und reiste am Freitag wieder ab. Traurig, dass sein Großvater das nicht mehr erleben darf. Noch darf er auf dem Tisch liegen und nach draußen schauen.

Enkel

So ging eine anstrengende Woche zu Ende. Es gab noch einige weitere Termine und viel Papier zu bewältigen, wovon ich nur einen kleinen Teil geschafft habe……..

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Andrea

Gartenwonne

 

Sozusagen grundlos vergnügt

Sozusagen grundlos vergnügt

Ich freu mich, daß am Himmel Wolken ziehn. Und daß es regnet, hagelt, friert und schneit. Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit, wenn Heckenrosen und Holunder blühn.

Daß Amseln flöten und daß Immen summen, daß Mücken stechen und daß Brummer brummen. Daß rote Luftballons ins Blaue steigen, daß Spatzen schwatzen und daß Fische schweigen.

Ich freu mich, daß der Mond am Himmel steht und daß die Sonne täglich neu aufgeht. Daß Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter, gefällt mir wohl, da steht ein Sinn dahinter. Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn. Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehen! Ich freu mich. Das ist des Lebens Sinn. Ich freue mich vor allem, dass ich bin.

In mir ist alles aufgeräumt und heiter. Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt. An solchem Tag erklettert man die Leiter. Die von der Erde in den Himmel führt. Da kann der Mensch, wie ihm vorgeschrieben – weil er sich selber liebt – den Nächsten lieben. Ich freue mich, daß ich mich an das Schöne und an das Wunder niemals ganz gewöhne. Daß alles so erstaunlich bleibt und neu! Ich freu mich, daß ich ….Daß ich mich freu.

Vorgetragen auf der Beisetzung

Aus: Mascha Kaleko: In meinen Träumen läutet es Sturm

©1977 dtv Verlagsgesellschaft München

Das war seine Freude – unterwegs sein –  , die Natur betrachten – sich über kleine Dinge freuen.

Hermann

* 24.12.1946  +24.05.2022

 

plötzlich alleine

So hatte ich mir das Jahr 2022 nicht vorgestellt. Plötzlich alleine – alles ist anders……

Wenn in einem Team jemand ausfällt, muss ein anderer die Aufgaben übernehmen. Unser Team war klein – bestand nur aus 2 Menschen – und da fehlt jetzt der 2. Mensch.

Trotzdem geht der Alltag weiter. Haus und Garten wollen gepflegt werden, Hecken müssen geschnitten werden. Die Bienen wollen „Zuwendung“ – der Honig muss geerntet werden. Niemand mehr da mit dem man abends sprechen kann, planen kann, was morgen ansteht…

Da frage ich mich – waren wir verrückt – soviel Arbeit? Aber der Garten bereitete auch Freude. Fast 50 Jahre hat er sich entwickelt, die Bäume sind gewachsen und wir sind alt geworden. Aber noch nicht so alt, dass wir uns mit dem Tod Bekanntschaft machen  wollten. Aber wahrscheinlich ist der Tod der ständiger Begleiter der Lebenden. Und wenn er dann aus dem Schatten in den Vordergrund tritt, erschrickt der Mensch und will es nicht glauben. So wie jetzt……

Dann waren wir auch noch ehrenamtlich unterwegs…..mit Afrikas Söhnen und Töchtern. Sieben Jahre haben wir sie begleitet und sie haben uns begleitet. Kinder wurden geboren, wir haben sie aufwachsen sehen und hatten Freude daran. So war unser Leben vorher. Wir waren zufrieden, so wie es war. Warum konnte es nicht so bleiben???

Und jetzt….

Afrika`s Söhne waren es, die mir jetzt beim Schleudern geholfen haben. Wir mussten uns erst kundig machen, weil mein GG die Schleuder immer selbst bedient hatte. Aber YouTube erklärt manches. Es gab auch ein Video zum Betrieb unserer elektrischen 4 Waben Schleuder. Inzwischen ist die erste Honigernte abgefüllt in Gläser und steht etikettiert im Keller im Regal und wartet auf Kundschaft.

Honigernte
Honigernte
Honigernte

Übrigens ist es in Afrika Brauch, dass man sich nach der Ernte zusammensetzt und aus den Gefäßen den letzten Honig mit Brot aufwischt und probiert. So machte man es zuhause, erzählen sie mir. Eritrea und Äthiopien sind große Honignationen. Da haben sie als Kinder schon den Großmüttern bei der Honigverarbeitung geholfen.

Weitere Infos über Bienen und Honig könnt ihr in der kleinen Imkerschule nachlesen.

Hört euch den

Bienensound

an, er bringt euch direkt zu unseren Bienen.

Hier noch ein kurzer Gartenrundgang mit Bildern aus Juni –  den Monat –  den mein Mann schon nicht mehr erlebt hat.

Mutterkraut

Schlafmohn

Garten
Katzenminze
Garten

Andrea Kaminrot

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Paßt auf euch auf und habt ein sonniges Wochenende.

 

Er ist plötzlich nicht mehr da – er fehlt !!!

Am 21.05.2022 verunglückte mein GG und verstarb 4 Tage später……….

Er war unterwegs auf seiner täglichen Fahrradtour, nachdem er morgens noch die Teichpumpe eingesetzt hatte. Seine letzten Worte waren „Ich fahre jetzt erst mit dem Fahrrad“ und ich antwortete “ ja, mach das“  …………………….

Dann erschien einige Stunden später die Polizei. Auf einer wenig befahrenen Bauernschafts-Straße hat ihm ein Auto die Vorfahrt genommen. Er trug einen Fahrradhelm, trotzdem waren die Kopfverletzungen so stark, dass er nicht ins Leben zurückkehren konnte.

Unser gemeinsames Leben ist zu Ende, am 22.12. wären wir 50 Jahre verheiratet gewesen. Wir dachten es ginge noch einige Zeit so weiter……………Er war topfit, viel fitter als ich…… Nun ist sein Leben zu Ende – er hätte so gerne noch gelebt ……………….

Aber wie steht es schon in der Bibel „Ihr kennt weder Tag noch Stunde“.

Mein gutes Leben ist vorbei, nicht nur dass ich alleine bin, ich muss jetzt auch alles selbst machen. Wir waren ein Team und teilten uns die tägliche Arbeit………. Und er hätte so gerne noch gelebt und er hätte es auch verdient gehabt. Er hat im Beruf immer schwer gearbeitet und hat die letzten Jahre der Rente genossen.  Warum musste das passieren??

Er war zudem der Handwerker, der alles konnte und der jetzt fehlt.

Unser Enkel ist drei Monate alt, er war so stolz auf ihn. Er kann ihn nicht mehr aufwachsen sehen…Unsere Kinder wohnen über 500 km entfernt, auch ihnen fehlt er.

Er fehlt, im Leben, im Garten und im Haus. Er kommt nicht wieder, es ist unbegreiflich……………………….

Danke für alles, was Du im Leben für uns getan hast. Ruhe in Frieden!