plötzlich alleine

So hatte ich mir das Jahr 2022 nicht vorgestellt. Plötzlich alleine – alles ist anders……

Wenn in einem Team jemand ausfällt, muss ein anderer die Aufgaben übernehmen. Unser Team war klein – bestand nur aus 2 Menschen – und da fehlt jetzt der 2. Mensch.

Trotzdem geht der Alltag weiter. Haus und Garten wollen gepflegt werden, Hecken müssen geschnitten werden. Die Bienen wollen „Zuwendung“ – der Honig muss geerntet werden. Niemand mehr da mit dem man abends sprechen kann, planen kann, was morgen ansteht…

Da frage ich mich – waren wir verrückt – soviel Arbeit? Aber der Garten bereitete auch Freude. Fast 50 Jahre hat er sich entwickelt, die Bäume sind gewachsen und wir sind alt geworden. Aber noch nicht so alt, dass wir uns mit dem Tod Bekanntschaft machen  wollten. Aber wahrscheinlich ist der Tod der ständiger Begleiter der Lebenden. Und wenn er dann aus dem Schatten in den Vordergrund tritt, erschrickt der Mensch und will es nicht glauben. So wie jetzt……

Dann waren wir auch noch ehrenamtlich unterwegs…..mit Afrikas Söhnen und Töchtern. Sieben Jahre haben wir sie begleitet und sie haben uns begleitet. Kinder wurden geboren, wir haben sie aufwachsen sehen und hatten Freude daran. So war unser Leben vorher. Wir waren zufrieden, so wie es war. Warum konnte es nicht so bleiben???

Und jetzt….

Afrika`s Söhne waren es, die mir jetzt beim Schleudern geholfen haben. Wir mussten uns erst kundig machen, weil mein GG die Schleuder immer selbst bedient hatte. Aber YouTube erklärt manches. Es gab auch ein Video zum Betrieb unserer elektrischen 4 Waben Schleuder. Inzwischen ist die erste Honigernte abgefüllt in Gläser und steht etikettiert im Keller im Regal und wartet auf Kundschaft.

Honigernte
Honigernte
Honigernte

Übrigens ist es in Afrika Brauch, dass man sich nach der Ernte zusammensetzt und aus den Gefäßen den letzten Honig mit Brot aufwischt und probiert. So machte man es zuhause, erzählen sie mir. Eritrea und Äthiopien sind große Honignationen. Da haben sie als Kinder schon den Großmüttern bei der Honigverarbeitung geholfen.

Weitere Infos über Bienen und Honig könnt ihr in der kleinen Imkerschule nachlesen.

Hört euch den

Bienensound

an, er bringt euch direkt zu unseren Bienen.

Hier noch ein kurzer Gartenrundgang mit Bildern aus Juni –  den Monat –  den mein Mann schon nicht mehr erlebt hat.

Mutterkraut

Schlafmohn

Garten
Katzenminze
Garten

Andrea Kaminrot

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Paßt auf euch auf und habt ein sonniges Wochenende.

 

8 Gedanken zu „plötzlich alleine

  • 15. Juli 2022 um 21:30
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    Liebe Agnes,
    wie schön, dass dir die Söhne Afrikas beim Honigverarbeiten helfen und ihr gemeinsam das Hobby von H. weiterführt. Deine niedergeschriebenen Gedanken berühren mich, machen nachdenklich und halten zum Innehalten an, ja…keiner weiß den Tag oder die Stunde.
    Deine Gartenbilder und besonders die Mohnbilder sind klasse.
    Hab ein feines Wochenende und einen lieben Gruß sendet dir Marita

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  • 17. Juli 2022 um 10:33
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    Liebe Agnes,
    dein Beitrag hat mich sehr berührt. Weiterhin viel Kraft und liebevolle, hilfreiche Unterstützung! Schade, dass du zu weit weg bist zum Honigkaufen.
    Liebe Grüße von Sabine

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  • 18. Juli 2022 um 6:52
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    Ich kann es mir kaum vorstellen, wie es dir gerade geht. Ein Abschied auf Raten, da kann man vielleicht mit umgehen. Doch das hattet ihr ja gar nicht.
    Doch das du nun Hilfe von den Söhnen Afrikas bekommst, ist wunderbar.
    Ich liebe Honig und freue mich immer wieder, wenn ich echten Deutschen Honig bekomme. Hoffentlich brummen deine Bienen noch lange um dich herum.
    Einen ganz festen Drücker aus Berlin
    Andrea

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  • 18. Juli 2022 um 15:18
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    Du musst gerade mit der Situation fertig werden, vor der wir uns alle drücken. Mein Aufrichtiges Beileid. Euer gemeinsamer Einsatz für die Söhne und Töchter Afrikas trägt jetzt wohl die Früchte der Arbeit von euch beiden. Auf Abnehmer des guten Honigs musst du sicher nicht lange warten.
    L G Pia

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  • 20. Juli 2022 um 10:18
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    Dein Post geht mir zu Herzen, liebe Agnes , mein herzliches Beileid. Wie schnell es geht plötzlich allein zu sein, den liebsten Menschen zu verlieren. Wie mit diesem Verlust umzugehen, das ist gewiss das schwerste. Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit, herzlichst Anna

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  • 25. Juli 2022 um 7:10
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    Hallo Agnes,
    ein trauriger Einschnitt in Dein Leben! Unerwartet und endgültig. Trotz allem geht das Leben seinen gewohnten Weg und der Alltag kann, indem man seine Aufgaben erledigt, helfen. Leicht gesagt wenn man nicht in dieser Situation steckt.
    Um so schöner das Du Helfer zur Honigernte hattest! Ich habe auch Bienen und ohne meinen Mann müsste ich diese aufgeben, da ich das alles allein nicht bewältigen könnte.
    Ich wünsche Dir viel Kraft damit Du Dein neues Leben gut meisterst.
    LG…Stephanie

    Antworten
  • 31. Juli 2022 um 9:18
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    Hoi Agnes

    du bist tapfer und machst, was getan werden muss. Das ist mein Mantra: iischnuufä, usschnuufä, wiitermache. Ist es nicht tröstlich, dass tatkräftige Hilfe und Unterstützung passiert? Ich wünsche dir alles Gute.

    Liebe Grüsse von Regula

    Antworten

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