Bienen – erste Kontrolle nach dem Winter

Wir schreiben schon die letzte Märzwoche. Das Thermometer zeigt morgens nur wenige Grad über null an, seit letzten Samstag ist es hier trocken und gegen Mittag zeigt sich auch schon mal die Sonne. Da haben wir den letzten Sonntag genutzt und um die Mittagszeit unsere Bienenvölker im Garten durchgesehen. Die erste Beutekontrolle nach dem Winter ist immer spannend. Und weil es jetzt in den letzten Wochen nochmal richtig kalt war, hofft jeder Imker, dass seine Bienen „überlebt“  haben.

Bei zwei Völkern, darunter ein Ablegervolk, fanden wir gut besetzte Waben mit Brutnestern. Das läßt das Herz des Imkers höher schlagen. Damit kann man in die neue Saison starten. Starke Völker sind u.a. eine Voraussetzung für eine gute Honigernte. Natürlich kommt es auch noch auf die Witterungsverhältnisse usw. an.

 

Bienenwabe

Bienenwabe

 

Bienen
Bienenwabe

 

Bienen
Bienenkönigin

 

Bienenbrut
verdeckelte Bienenbrut

 

Bienen
Bienen – Königin und Brut

 

Bienen
Blick in die Beute

 

Als wir dann die beiden anderen Bienenbeuten öffneten, mussten wir mit Erschrecken feststellen, dass die beiden Völker den Winter nicht überstanden haben. Einige Kehrbleche mit toten Bienen fegten wir zusammen und entsorgten diese. Dazu kommt die Arbeit mit den Waben, teilweise noch mit Futter gefüllt, die auch alle ausgeschnitten werden müssen. Das Wachs wird eingeschmolzen, gesiebt und wieder dem Wachskreislauf zugeführt. Die Rahmen müssen alle ausgekocht und gesäubert werden. Da man in der Regel nicht weiß, warum die Bienen verstorben sind – Futter hatten sie genug – muss alles desinfiziert werden. Diese beiden Völker schwächelten im letzten Jahr schon, sie haben kaum Honig eingetragen, vielleicht gab es nicht genug Winterbienen oder die Varroamilbe hat sie zu sehr geschädigt.

Da war es schon gut, dass wir im letzten Jahr noch zwei weitere Ablegervölker eingerichtet haben, die an einem anderen Standort stehen. Auch diese beiden Ableger sind gut durch den Winter gekommen, sie haben sich gut entwickelt. Somit gehen wir für die nächste Saison mit 4 Völkern an den Start und warten ab, was das Jahr bringt.

Klickt auf den Bienensound,  so summt es  im Bienenkasten im Mai:       Bienensound

Deutschland  führt immer mehr Bienenhonig ein, um die Nachfrage der Verbraucher zu decken, so importierte unser Land im vergangenen Jahr fast 87 800 Tonnen Honig. Die deutschen Imker produzierten im Jahr 2017  26 000 Tonnen Honig. Der  Verbraucher verzehrte  rund ein Kilogramm Honig pro Jahr; das ist seit vielen Jahren ziemlich stabil (Quelle Westfälische Nachrichten 26.03.2018).

Allen Lesern wünsche ich eine schöne Restwoche und sonnige Ostertage – der Wetterbericht hat allerdings für unsere Gegend Regen angekündigt………….lassen wir uns mal überraschen – bleibt gesund.

 

 

Kleine Imkerschule

Ende Juli ist es  Zeit für die letzte Honigernte. Hobbyimker wie wir schleudern  2 x im Jahr.  Die erste Ernte – Frühtracht – besteht meistens aus Raps- oder Blütenhonig und die zweite Ernte deklarieren wir als Sommerhonig.

Sie beinhaltet die Lindenblüte und alle anderen im Garten und am Wegesrand stehenden Pflanzen, die die Bienen zur Nektargewinnung anfliegen.

Imker, die nach jeder Trachtperiode schleudern, können ihre Honige als Sortenhonige deklarieren. „In den Leitsätzen werden die Merkmale für Sortenhonige klar vorgeschrieben. Ein Honig muss im Hinblick auf organoleptische, physikalisch-chemische und mikroskopische Merkmale typisch sein, damit er als Sortenhonig bezeichnet werden kann. Eine Honiganalyse bringt Klarheit, ob es sich um einen Sortenhonig handelt.“  (Honigfibel/Lwk. NRW)

Einen Tag vor dem Schleudern setzen wir eine Bienenflucht in den Bienenstock. So können die Bienen nur aus dem Honigraum, aber nicht mehr zurück in den Honigraum. Dieses erleichtert die Entnahme der Honigwaben für den Imker.

Die komplette Verdeckelung der Waben deutet darauf hin, dass der Feuchtigkeitsgehalt des Honigs innerhalb der vorgeschriebenen Werte liegt. Die Feuchtigkeit des Honigs ist mit dem Refraktometer messbar, darüber habe ich schon in der ersten Imkerschule geschrieben  Honigernte

 

Verdeckelte Waben
Verdeckelte Waben

 

Bienenflucht
Bienenflucht

 

Verdeckelte Wabe
Verdeckelte Wabe

 

Entdeckelungsgabel
Entdeckelungsgabel

 

Entdeckelte Waben
Entdeckelte Waben

 

Honigsieb
Doppeltes Honigsieb

 

Schleuder
Schleuder

Vor dem Schleudern wird der Raum sorgfältig gereinigt.  Alle Hygienevorschriften müssen beachtet werden, schließlich ist Honig ein Lebensmittel. Um DIB-Gläser verkaufen zu können, muss jeder Imker einen Lehrgang „Fachkundenachweis Honig“ besuchen, um eine Teilnahmebescheinigung über die Qualitätsanforderungen für Deutschen Honig gemäß den Bestimmungen zu den Warenzeichen des Deutschen Imkerbundes e.V. zu erhalten.

Dieses gilt für DIB-Gläser, die nur mit den Etiketten des Deutschen Imkerbundes belabelt werden dürfen.

Der Imker kann auch neutrale Honig-Gläser befüllen. Diese dürfen mit selbst entworfenen Etiketten belabelt werden. Jedes Etikett muss ein Mindesthaltbarkeitsdatum, Namen und Anschrift des Imkers/Abfüllers sowie eine Inhaltsangabe enthalten.

Nach dem letzten Schleudern beginnt der Imker mit der Zufütterung der Bienen und mit der Varroabehandlung. Darüber werde ich in der nächsten Imkerschule berichten.

Für alle, die sich für die Imkerei interessieren und gerne ihr Wissen darüber erweitern möchten, aber nicht unbedingt gerne Fachliteratur lesen, empfehle ich das Buch Bienen von Maja Lunde.

 

Buch
Die Geschichte der Bienen

 

Buch
Rückseite des Buches

 

Ein schönes Wochenende euch allen und eine gute neue Woche.

Honigernte

Vor 2 Wochen konnten wir den ersten Honig schleudern – den Blütenhonig. Es sah in diesem Jahr zu Beginn der Saison  schlecht aus, die Honigräume waren leer, es war einfach zu kalt.  Aber als es dann doch plötzlich warm wurde, habe ich nur gestaunt. Innerhalb einer Woche hatten die fleissigen Bienen den Honigraum mit Blütennektar vollgetragen.

Es kann geschleudert werden, wenn die Waben mindestens zu 2/3 verdeckelt sind, besser ist es natürlich, wenn sie ganz verdeckelt sind. Mit dem Refratometer mißt der Imker die Feuchtigkeit des Honigs. Ein Feuchtigkeitsgehalt von 16-18 ist ideal.

 

Honigwaben
noch nicht verdeckelte Honigwaben

 

Bienenstock
Bienenstock mit 2 Brut- und 2 Honigräumen

Wir sind Hobbyimker und wirtschaften nur mit ca. 3 Völkern. In den Monaten Mai, Juni und Juli müssen die Völker wöchentlich durchgesehen werden. Man prüft, ob die Völker in Schwarmstimmung sind. Das ist der Fall, wenn sie Weiselzellen bauen um eine neue Königin heranzuziehen. Jede Weiselzelle muss vernichtet werden. In einem Bienenstock darf es nur eine Königin geben. Zwei sind eine zuviel und dann verläßt die Königin mit  “ ihrem Hofstaat“  den Bienenstock. Dieses nennt man „schwärmen“ Dabei nehmen sie einen Teil des Honigs mit und schwächen so das zurückgelassene Restvolk.

Drohnenwabe
leere Drohnenwabe

 

Drohnenwabe
verdeckelte Drohnenwabe

Hier ist eine verdeckelte Drohnenwabe zu sehen. Drohnen sind die männlichen Bienen. Ihre einzige Aufgabe ist die Begattung der Königin. Der Imker schneidet die verdeckelte Drohnenbrut heraus, da die Varroamilbe die Drohnen als Wirt benutzt. Durch das Herausschneiden der Drohnenbrut wird die Anzahl der Varroamilben im Volk verringert.

Sonnenwachsschmelze
Sonnenwachsschmelze

 

Sonnenwachsschmelze
Sonnenwachsschmelze

Wachs ist ein Naturprodukt. Der Imker benötigt Wachs für die Mittelwände, die er in die Wabenrahmen einzieht. Die Bienen bauen  diese Mittelwände aus und füllen diese dann mit Honig. Eine volle Wabe wiegt ca. 2 kg. Nur wenn die Mittelwände zu 100% aus natürlichem Bienenwachs bestehen, halten sie der Belastung stand. Deshalb ist jedes Gramm Wachs wertvoll und wird bei uns mit Hilfe der Sonnenwachsschmelze eingeschmolzen. Die Sonne erhitzt durch die Scheibe den Wachs, der sich verflüssigt und in einen Wasserbehälter fließt. Da in der Vergangenheit gepanschtes Wachs auf dem Markt war, legt jeder Imker großen Wert darauf, einwandfreie Mittelwände zu kaufen.

Imker können ihr eingeschmolzenes Wachs inzwischen auch an Werkstätten geben, die aus dem Wachs die Mittelwände produzieren und jedem Imker garantieren, dass er nur Mittelwände aus seinem zur Verfügung gestellten Wachs wieder zurück erhält. Somit arbeitet er mit einem geschlossenen Wachskreislauf. Die Ledderwerkstätten bieten dieses z.B. an, siehe Link:  Ledderwerkstaetten 

Soweit heute meine kurze Imkerschule.

Allen Lesern wünsche ich ein gute Woche.

Allium, Schwertlilien & Co

Kurzlebig war in diesem Jahr die Pracht der Alliumbälle. Kaum hatte ich sie fotografiert, war die Blütezeit schon wieder vorrüber. Oder liegt es an mir? Heißt es doch „Je älter man wird umso schneller rast die Zeit“. Wahrscheinlich liegt in diesem Spruch ein wenig Wahrheit. Außerdem hatte ich in den vergangenen Wochen auch viele andere Termine und der Garten und auch mein Blog sind etwas zu kurz gekommen.

Aber ich nehme euch jetzt trotzdem mit in den Garten, vor 2 Wochen sah es bei mir so aus:

Alliumbälle und Farn
Alliumbälle und Farn

 

Taglilie
Taglilie – alte unbekannte Sorte

 

Lupine
Lupine im Gemüsebeet

 

Geranium
Geranium

 

Allium
Allium im Staudenbeet – Germander als Beeteinfassung

 

Katzenminze
Katzenminze

 

Schwertlilie
Schwertlilie und Hosta

 

Hosta
Hosta – Striptease

 

Schwertlilien
Schwertlilien

 

Gartenansicht
Blick in den Garten – Im Vordergrund seht ihr die Sonnenwachsschmelze

 

 

Gartenansicht
Gartenansicht – Seiteneingang

 

Schwertlilie
Schwertlilie – erworben auf dem Pflanzenmarkt in Bingerden/NL

 

Rose
Rose de Resht, weiße Pfingstrose und unbekannte Kletterrose

 

Soweit mein Gartenrundgang. Allen Lesern wünsche ich noch einen schönen Pfingstmontag und eine gute Woche.

 

 

 

Die fleissigen Bienen

Plötzlich meinte der Wettergott es gut mit uns – fast schon wieder zu gut – das Thermometer zeigte teilweise 25 bis 30 Grad an. Bei der vorrangegangenen Kälte flogen die Bienen kaum, aber während der zunehmenden Wärme waren sie unermütlich unterwegs. Der Erfolg zeigte sich auch im Honigraum des Bienenstocks. Binnen weniger Tagen hatten sie die Waben mit Honig gefüllt. Bis zum nächsten Rapsfeld sind es 2 bis 3 Kilometer. Ob sie wohl soweit geflogen sind?  Es ist erstaunlich, welche Strecken die kleinen Tierchen zurücklegen………Wie gerne würde ich mal mitfliegen, um zu sehen, woher sie den Nektar holen……..

Nektar und Honigtau sind die Rohmaterialien für unseren Honig. Hierbei handelt es sich jeweils um wässrige Lösungen verschiedener Zucker. Die Bienen sammeln Nektar in Blüten oder an extrafloralen Nektarien. Honigtau wird von Blattläusen ausgeschieden.

Die Biene fügt dem Nektar verschiedene Enzyme bei, z.B. Invertase (Saccharase) und Diastase (Amylase). Der Einfluss der Enzyme bewirkt eine Spaltung der Mehrfachzucker in die Einfachzucker „Frucht- und Traubenzucker“ unter Anbindung von Wasser. Im Stock wird der Nektar aktiv getrocknet. Der Nektartropfen wird von Biene zu Biene weitergegeben und dabei mit körpereigenen Stoffen angereichert. Er wird rhythmisch aus der Honigblase herausgepumpt, am Rüssel aufgepannt und wieder eingesogen. Bei hohen Stocktemperaturen trocknet der Nektartropfen. Der halbreife Honig wird an den Zellwänden abgelagert, später noch einige Male umgetragen, bis er ganz reif in Zellen gefüllt und mit einem Wachsdeckel verschlossen wird. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Wassergehalt unter 18% liegen. Dieser Reifungsprozess dauert mehrere Tage. (Quelle Honig  Fibel Landwirtschafts-kammer)

Bienen
Flugbienen kommen zum Bienenstock zurück.

 

Bienenkönigin
Bienenkönigin

 

Drohnenwabe
Drohnenwabe

 

Verdeckelte Drohnenwabe
Verdeckelte Drohnenwabe

Die verdeckelten Drohnenwaben werden herausgeschnitten und in der Sonnenwachsschmelze eingeschmolzen. Dadurch verringert man den Varroabefall im Bienenvolk.

Brutwabe
Verdeckelte Brutwabe

 

Honigwabe
Honigwabe

 

Honigwabe
Honigwabe

 

Weizelzelle
Weiselzelle

Der heutige Tag brachte hier andauernden Landregen, der für den Garten ein Segen war. Für das Wochenende wünsche ich euch allen wieder Sonnenschein und viel Freude mit euren Gärten.